Bild

ElsBurn Destillerie

Die deutsche Destille „Hercynian Distilling Co. / Hammerschmiede“ liegt einige Fahrminuten südlich von Braunschweig und beherbergt die Whiskymarken ,,ElsBurn“ ,,WillowBurn“ ,,The Alrik“ und ,,Emperor´s Way“. Jede Marke der Destille spiegelt ein grundsätzlich anderes Geschmacksprofil wieder.

Spirituosen werden in der harzer Destille schon seit 1985 hergestellt, das erste Fass mit einem New Make, der zum Whisky werden sollte, wurde jedoch erst 2002 befüllt. 2005 und mindestens drei Jahre nach der Belegung der ersten Fässer, wurde der erste Whisky abgefüllt.

Der ElsBurn Whisky wurde zu Beginn unter dem Namen GlenEls vertrieben, nach einem Rechtsstreit wurde aus GlenEls dann der passende Name ElsBurn. Bevor man auf diese Information stößt, kann einen das schon mal etwas verwirren…

Die Hammerschmiede Destille ist eine Brennerei die noch von Hand etikettiert und abfüllt, das ist nur möglich, da keine Großserien hergestellt werden. Hier wird kein Wert auf Massenware gelegt, sondern handwerklich ausgezeichneter Whisky produziert.

ElsBurn Whisky neigt dazu einen fruchtigen, süßen, buchenholzrauchigen Charakter zu besitzen, die Gerste wird hierzu anders als auf Islay, nicht über Torfrauch getrocknet, sondern über Rauch der von regionalen Hölzern stammt. Das verleiht dem ElsBurn einen besonderen, sehr leichten und speckigen Raucheinfluss.

Klein aber Fein… und immer eine Verkostung wert!

ElsBurn Cosy Winter VI

Meine Meinung zum… ElsBurn Cosy Winter VI

ElsBurn Cosy Winter VI ist eine, exklusiv für Kirsch Import abgefüllte, Winter-Edition die auf 1.000 Flaschen limitiert ist. Die Cosy Winter Serie wird jedes Jahr für den deutschen Markt abgefüllt und wird immer wieder sehnlichst von zahlreichen Whiskyfreunden erwartet. Der Cosy Winter VI (2020) hat einen leichten Raucheinfluss, dieser entsteht durch das trocknen der Gerste über Holz aus der Region und vermittelt ein ganz eigenes, speckiges Raucharoma das nicht zu aufdringlich ist und gut durch die Süße gestützt wird. Ganz anders als Islay Rauch… wahrlich ein toller Malt für die Weihnachtstage…

Nosing:

Mein erster Eindruck bestätigt meine Erwartungen an diesen Whisky, ich habe sofort Lebkuchen in der Nase, entweder spielt mir mein Kopf einen Streich( liegt vielleicht an dem gerade aufgestellten Weihnachtsbaum und der Weihnachtsmusik im Hintergrund?), oder es ist wirklich so. Eins sei verraten, ich bekomme diese Lebkuchen Noten nicht mehr aus meinem Kopf wenn ich den Cosy Winter probiere. Die sich dazu gesellenden Fruchtaromen lassen den Lebkuchen zu einem mit Marmelade gefüllten Lebkuchen werden. Hervorragend für einen Winter Whisky oder nicht? Besonders macht ihn dann, freilich die speckige Rauchnote die nicht aufdringlich ist und sehr viel Platz für die Fruchtigkeit, die Süße von Vanille und Marmelade und weihnachtlichen Gewürzen lässt. Der Rauch ist wirklich sehr anders… ich verbinde ihn mit Speck der mit Honig bestrichen vom Grill kommt, so schön kross und karamellisiert.

Tasting:

Sobald sich der Cosy Winter VI mit seinen 55,2 %. Vol. über die Zunge und die Wangen verteilt, regt es den Speichelfluss an. Der hat schon Kraft und ist voll und massiv im Mund. Nach dem Schlucken treten sofort süße dunkle Früchte zum Vorschein, Rosinen und Kirschen kombiniert mit etwas Vanille, die die Assoziation zur Marmelade für mich vollendet. Der Rauch ist eigentlich immer mitschwingend präsent, aber niemals aufdringlich. Er lässt viel Platz für die fruchtige Süße sowie die weihnachtlichen Gewürze wie Zimt, Nelken, Muskatnuss und etwas Pfeffer.

Abgang:

Der Abgang ist lang und wird getragen von würzigen Eichennoten. Der Rauch ist immer noch etwas da, gepaart mit etwas Frucht-, und Nussigkeit.

Fazit und Bewertung:

Der Cosy Winter VI spiegelt für mich einen herausragenden Weihnachtswhisky wieder, der passt einfach perfekt unter den Weihnachtsbaum und wird die Weihnachtstage mit Sicherheit nicht überleben… Der Preis ist in Anbetracht, das die Hammerschmiede eine kleine handwerkliche Destille ist, die sich der Qualität wirklich verschrieben hat, sehr gerechtfertigt.

Mein Beitrag gibt lediglich meine unabhängige Meinung und meinen Eindruck wieder.

Fakten:
HerkunftslandDeutschland
AbfüllerElsBurn (Hammerschmiede Destille)
AlterN/A
Alkoholgehalt55,2 %. Vol
FarbstoffNein
KältefiltrierungNein
FassartFirst Fill Malaga-, First Fill Sherry- und First Fill Ruby Portweinfässer
Fass Finish/
Preis79,90 €

Bild

GlenAllachie Destillerie

Die Destille die heute in aller Munde ist, wurde 1967 von Mackinlay McPherson Ltd. einem Tochterunternehmen der Scottish & Newcastle Breweries Ltd. gegründet.

1985 ging GlenAllachie wiederum in den Besitz von Invergordon Distillers über. 1987 wurde GlenAllachie geschlossen, sie produzierte zu dem Zeitpunkt schon längst keinen Spirit mehr.

1989 übernahm Pernod Ricard die Brennerei, diese verdoppelten die Anzahl der Brennblasen von zwei auf vier und steigerte die neu angelaufene Produktion immens.

2017 war es dann soweit, ein Konsortium rund um den Master Distiller Billy Walker, der schon GlenDronach zum legenden Status verhalf und Teilhaber der BenRiach Destille war, übernahmen schließlich GlenAllachie.

Bevor Billy Walker sich der Destille annahm produzierte sie hauptsächlich für die Blendindustrie. Seit Billy Walker die Finger im Spiel hat, sieht es jedoch ganz anders aus. Schon im Juli 2018 wurde eine neue Core Range vorgestellt, nun war GlenAllachie schlagartig mit einem 10, 12, 18 und 25 jährigen Single Malt am Markt. Die Core Range wird wird fortlaufend erweitert. Des weiteren erscheinen regelmäßig Special Releases mit sehr schönen Fass Finish Series oder Wood Finish Series.

GlenAllachie ist dafür bekannt, ein ausgesprochen gutes Fassmanagement zu haben und sehr experimentierfreudig zu sein. Ganz im Sinne der Whiskyliebhaber…

Glenallachie 18

Meine Meinung zum… Glenallachie 18

Der GlenAllachie 18 ist Teil der Core Range, GlenAllachie gibt jedoch an, dass der 18 er weltweit auf 6.000 Flaschen limitiert ist. Wie sich die Verfügbarkeit in Zukunft entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Im Moment (Stand: 01.2021) ist es kein Problem ihn zu bekommen. Der Preis hält sich bis jetzt, trotz Limitierung, stabil bei ca. 90.00 €. Die Lagerung des Whisky gestaltet sich ähnlich wie bei seinen jüngeren Core Range Geschwistern. Nach einer längeren Reifung in amerikanischen Weißeichefässern, wurde der GlenAllachie 18 in ehemaligen Sherry Fässern (Pedro Ximénez und Oloroso Sherry) gefinisht.

Nosing:

Mir steigt ein fruchtig, süßer Antritt in die Nase, ich würde diesen aber eher im helleren Fruchtbereich einordnen. Apfel, Zitrone, Orange… vielleicht sogar etwas in die tropische Richtung?! Hätte ich so nicht unbedingt erwartet. Etwas Würze von der Eiche und Süße die etwas von Karamell hat. Eine angenehme, wenn auch nicht so erwartete Nase… gefällt mir trotzdem!

Tasting:

Im Antritt eine schöne Honigsüße die etwas herber wird , Pfirsich, Apfel, Orangen in Verbindung mit Karamell und etwas Zartbitterschokolade. Beim Schlucken empfinde ich eine wärmende Würze in Verbindung mit etwas Minze.

Abgang:

Mittel langer Abgang, leichte bittere Eichenwürze in Verbindung mit etwas Frucht.

Fazit und Bewertung:

Der 18 er Glenallachie gefällt mir im Grunde sehr gut, leider passt für mich das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht ganz zusammen. Ich hätte mir einfach etwas mehr Komplexität gewünscht und etwas mehr Tiefe und Ausgewogenheit. Das ist jammern auf hohem Niveau, aber dort befindet sich der Preis halt auch… trotzdem ist er einen dram allemal wert…. Slàinte Mhath.

Mein Beitrag gibt lediglich meine unabhängige Meinung und meinen Eindruck wieder.

Fakten:
HerkunftslandSchottland
AbfüllerGlenAllachie
Alter18 Jahre
Alkoholgehalt46 % .Vol
FarbstoffNein
KältefiltrierungNein
FassartEx-Bourbon
Fass FinishPedro Ximénez und Oloroso Sherry 
Preisca. 89,99 € (Stand: 01.2021)

Glenallachie 15

Meine Meinung zum… Glenallachie 15

Der GlenAllachie 15 ist seit 2019 fester Bestandteil der Core Range von GlenAllachie. Er wird mit 46% Vol. in Trinkstärke abgefüllt, er wird nicht gefärbt und nicht kühlfiltriert. Die Lagerung erfolgt zunächst in amerikanischen Weißeichenfässern, weiter ausgebaut wird er dann in ehemaligen Sherry Fässern (Pedro Ximénez und Oloroso Puncheons sowie Hogsheads).

Nosing:

In der Nase kommt der 15 er ziemlich dunkel und voll daher, als Antritt habe ich als erstes dunkle Früchte wie Rosinen, dunkle süße Trauben, Waldfrüchte und etwas Minze. Vanille und etwas würzige Eiche gucken hinter den Früchten mal vor. In diesem Moment kommt er mir vor wie ein Dessert aus Waldfrüchten mit Vanillesoße. Im allgemeinen sehr schön fruchtig und rund.

Tasting:

Der Sherry erzeugt eine leichte Trockenheit auf der Zunge, zugleich erscheint er recht weich und geschmeidig. Eine würzige Eiche belegt die Zunge und beraubt der Frucht etwas den Auftritt. Etwas Süße ist permanent zu spüren.

Abgang:

Der Abgang ist mittel lang und recht trocken und würzig, etwas Trockenfrüchte (Rosinen) sind zu erahnen.

Fazit und Bewertung:

Nach dem 12 er hatte ich vielleicht etwas hohe Erwartungen, aber schlussendlich muss ich sagen, dass mich der 15 er nicht wirklich überzeugt hat. Der 12 er war doch interessanter, wenn auch jünger. Rund und harmonisch ist der 15 er tatsächlich aber für mein empfinden etwas langweilig im Geschmacksprofil, zu dem ca. 20.00 € teurer.

Mein Beitrag gibt lediglich meine unabhängige Meinung und meinen Eindruck wieder.

Fakten:
HerkunftslandSchottland
AbfüllerGlenAllachie
Alter15 Jahre
Alkoholgehalt46 % Vol.
FarbstoffNein
KältefiltrierungNein
FassartEx-Bourbon
Fass FinishPedro Ximénez und Oloroso Sherry Puncheons sowie Hogsheads
Preisca. 59,99 € (Stand: 01.2021)

Bild

Tullibardine Destillerie

Tullibardine ist eine schottische Whisky Destille die mit hervorragenden Wasserquellen in den Highlands gelegen ist.

Die Geschichte von Tullibardine beginnt bereits im Jahr 1488, in diesem Jahr besuchte kein geringerer als König James der IV die damalige Brauerei! Ja! Ihr habt richtig gehört, Brauerei! Zu der Zeit wurde bei Tullibardine Bier gebraut und kein Whisky gebrannt. Erst 1949 wurde Tullibardine zur Whisky Destille umgebaut. William Delme Evans dachte sich wohl, das uns das heute besser gefallen würde und recht hatte er.

Doch dann kaufte Brody Hepburn 1953 die Destille, die dann 1971 wiederum von Invergordon Distillers aufgekauft wurde.

Diese stockten die Stills von zwei auf vier auf und erhöhten die Produktionskapazitäten immens. 1993 kam es erneut zu einem Besitzerwechsel, Whyte & Mackay sollten sie von nun an heißen. Doch nur ein Jahr nach dieser Übernahme, wurde Tullibardine für ganze 10 Jahre komplett eingemottet.

2011 erwarb dann eine französische Wein und Spirituosen Gruppe Picard Vins & Spiritueux Tullibardine. Diese ist seit dem der aktuelle Inhaber. 2014 fanden dann Erweiterungen der Destille statt, sie kauften einen benachbarten Supermarkt, der zuvor insolvent gegangen war. Der ehemalige Supermarkt beherbergt heute ein Teil der Fasslagerung, sowie die Flaschenabfüllung.

Tullibardine ist eine der wenigen Destillen, die noch einen hauseigenen Böttcher beherbergen, dieser kümmert sich unter anderem um beschädigte Fässer die befüllt im Warehouse lagern. Diese werden bemerkenswerter Weise zum Teil im befüllten Zustand repariert.

Da das Mutterunternehmen ein Weingut ist, hat Tullibardine hervorragende Bezugsquellen schöner und qualitativ hochwertiger Fässer.

Tullibardine hat als Highland Destille den Ruf einen leichten, blumigen und malzigen New Make zu produzieren. In Kombination mit der Reifung in Weinfässern des eigenen Weingutes eine wirklich tolle Sache…

GlenAllachie 12

Meine Meinung zum… GlenAllachie 12

Als Billy Walker die Destille GlenAllachie übernahm und die vorhandenen Fassbestände sichtete, stand er vor einem Problem. GlenAllachie produzierte in der Vergangenheit hauptsächlich für die Blend Industrie und hat somit große Bestände Ex-Bourbon Casks, jedoch kaum andere belegte Fässer. So fing Billy Walker an, Ex_Bourbon gelagerten Whisky, in ungefüllte (vermutlich neu bezogene) Fässer zu Finishen. Daraus resultierend erscheint unter anderem der GlenAllachie 12, der hierfür verwendete Ex_Bourbon Whisky wurde in Oloroso Sherry und Pedro-Ximénez Sherry (PX), sowie Virgin Oak Fässer gefinisht. Mit 46 %.Vol ist er in einer ordentlichen Trinkstärke abgefüllt. Billy Walker beweist hier wieder einmal, dass er ein gutes Händchen besitzt.

Nosing:

Sofort macht sich ein süßer Pfirsichcharakter bemerkbar. Das erinnert mich an diese mit Zucker bestreuten Pfirsich-Weingummi. Hoffentlich wisst ihr, welche ich meine 🙂 dahinter kommt gut getragen von der Süße eindeutig Vanille. Grundsätzlich bietet er einen fruchtigen Charakter, helle sowie dunkle Früchte, finde ich. Die Würze der Virgin Oak Fässer spürt man hinter der Fruchtigkeit. Das wäre eine Nase die ich einem Anfänger anbieten würde,… sehr schmeichelnd.

Tasting:

Er beginnt mit einer mittelstarken Würze und leichter Säure. Die beiden Aromen werden von einer schönen Süße bekleidet. Orangenschalen, zartbitter Schokolade, Bananen, Vanille, Pfirsich, ein frisches Mundgefühl. Den Alkohol spürt man nie. Für einen 12-jährigen sehr komplex und ausgewogen.

Abgang:

Im Abgang bleibt die süße Frucht- und Eichenwürze einige Zeit erhalten, mittellang würde ich sagen.

Fazit und Bewertung:

Das macht Lust auf mehr. Mr. Walker, ein sehr leckerer, gefälliger und auch durchaus komplexer Whisky. Der macht von Anfang bis zum Ende spaß.

Mein Beitrag gibt lediglich meine unabhängige Meinung und meinen Eindruck wieder.

Fakten:
HerkunftslandSchottland
AbfüllerGlenAllachie
Alter12 Jahre
Alkoholgehalt46% .Vol
FarbstoffNein
KältefiltrierungNein
FassartEx-Bourbon
Fass FinishOloroso-Sherry, Pedro Ximénez-Sherry, Virgin Oak amerikanische Eiche
Preisca. 39,99 € (Stand: 12.2020)

Tullibardine 15 (PatHock)

Meine Meinung zum… Tullibardine 15 (PatHock)

Bei diesem Whisky könnte man gut beginnen mit „Es war einmal…“, bei dem Drama was bei dem Release dieser Pulle abging. Soviel schonmal vorweg…

PatHock ist ein unabhängiger Abfüller, der in der deutschen Whiskyszene durchaus bekannt ist. PatHock ist Betreiber von einem gut gehenden Whisky YouTube Channel und betreibt auf Facebook die Whisky Gruppe Hocksheads. Beides wird von mir regelmäßig konsumiert. Außerdem ist PatHock Markenbotschafter der besagten Destille und hat somit ausgezeichnete Connections…, wen wundert es da, das er so ein wahnsinns Fass ausgegraben hat. Die Abfüllung lag in einem Oloroso Sherry Hogshead und kommt natürlich standesgemäß ohne Farbstoff, ohne Kältefiltrierung in Fassstärke mit 57,2 %. Vol.

Nosing:

Diese Sherry Noten suchen ihres gleichen, unglaublich dunkle und schwere Sherry Fracht die da aufsteigt. Dunkelste Trockenfrüchte, Rosinen, Pflaumen, Nelken, dunkle Schokolade, Kaffee… hier gibt es unglaublich viel zu entdecken. Mit etwas Wasser kommen Orangen ganz eindeutig hinzu! Eine sehr schöne Winterliche Nase.

Tasting:

Unverdünnt ist er mir am liebsten, trotz seiner 57,2%. Vol. Er beginnt mit einem kräftigen Antritt, sehr dunkle Trockenfrüchte (Süß gekaute Trockenpflaumen) wenn ihr wisst was ich damit meine 🙂 Rosinen, Dunkle Schokolade, Orangenzeste und etwas Würzigkeit vom Holz. Er hält eine schöne Balance zwischen Süße und Trockenheit.

Abgang:

Der Abgang ist sehr lang, die Flasche hat schon fast Staub angesetzt und man hat ihn immer noch im Mund. Prägend ist seine holzige Schokoladigkeit, die sich trocken süß ausbreitet und lange bleibt.

Fazit und Bewertung:

Für mich ein äußerst passender Whisky zur jetzigen Jahreszeit, ein sehr schöner weihnachtlicher Whisky der erahnen lässt, in was für einem tollen Fass er gelegen haben muss. Mit den 15 Jahren hat er dermaßen viel Sherry Aromen aufgenommen das es eine wahre Freude ist. PatHock hat hier wirklich eine tolle Abfüllung erscheinen lassen, die sein Geld wert ist. Leider war diese Abfüllung so stark gefragt, das beim ersten Releaseversuch die Server komplett abschmierten und der Verkaufsstart vertagt werden musste, beim zweiten Versuch klappte aber alles und er war nach 45 Minuten restlos ausverkauft.

Mein Beitrag gibt lediglich meine unabhängige Meinung und meinen Eindruck wieder.

Fakten:
HerkunftslandSchottland
AbfüllerPatHock Whisky (Destille: Tullibardine)
Alter15 Jahre
Alkoholgehalt57,2 %. Vol
FarbstoffNein
KältefiltrierungNein
FassartOloroso Sherry Hogshead
Fass Finish/
Preis99,90 €

Kavalan Destillerie

Kavalan ist eine recht junge Whisky Destille aus Taiwan, genauer gesagt liegt sie im Nordosten des Landes, etwa eine Stunde entfernt von der Landeshauptstadt Taipeh. Der Gründer Tuan-Tsai Lee, der außerdem Präsident des taiwanesischen Lebensmittelkonzerns King Car Group ist, verwirklichte sich so einen Lebenstraum.

Im Dezember 2005 wird die Destille nach nur neun Monaten Bauzeit fertiggestellt.

Bei Kavalan finden noch alle Arbeitsgänge, bis auf das Darren der Gerste, aus eigener Hand statt. Der Destillationsprozess erfolgt durch zweifache Destillation in Brennblasen aus der schottischen Kupferschmiede Forsyhts.

Kavalan hat den Ruf ausschließlich sehr hochwertige Fässer zu verwenden, das spürt man meiner Meinung nach in der Qualität ihrer Whiskys. Die Lagerung findet vor Ort in einem fünf stöckigem Lagerhaus statt. Dort herrschen über das Jahr verteilt extrem unterschiedliche Temperaturen, im Sommer bis zu 40 Grad in der obersten Etage. In den unteren Stockwerken teilweise nur bis zu 24 Grad. Durch diese Temperaturen sowie die hohe Luftfeuchtigkeit arbeitet das Fass extrem mit dem Whisky…, oder der Whisky mit dem Fass.. 🙂

Dadurch ist der Angel Share ziemlich hoch, er liegt 4-5 mal so hoch wie der schottische Jahresdurchschnitt. Da dieser nur 1-3 % beträgt. Durch diese Bedingungen reifen die Whiskys sehr schnell, es wird angenommen, dass Reifungen über 12 Jahre nicht möglich sind. Dann sind die Whiskys einfach ungenießbar und zu überladen.

Deutsche Whiskykenner können seit dem Jahr 2013 in den Genuss des Kavalan kommen, seit dem wird er auch nach Deutschland importiert.

Mittlerweile ist Kavalan mehrfach ausgezeichnet und voll in der Whiskyszene etabliert.

Ich persönlich schätze diese Destille sehr…

Kavalan Solist Sherry Cask

Meine Meinung zum… Kavalan Solist Sherry Cask

Lange habe ich gezögert und mit mir gerungen, letztendlich hab ich den Kampf gegen die Verlockung des Kavalan Solist Sherry Cask doch verloren.

Gott sei dank!

Denn der Kamerad ist eine wirkliche Sherry Bombe, so viel sei schon mal verraten.

Der taiwanesische Single Malt ist eine Single Cask Abfüllung in Fassstärke wie alle in der Solistreihe. Er wird wohl ca. 5 – 6 Jahre im Fass gelegen haben, viel länger kann ich mir bei den klimatischen Bedingungen in Taiwan nicht vorstellen. Es ist ja so, dass bei hohen Temperaturschwankungen der Whisky und das Fass sehr stark arbeiten und so der Whisky viel Kontakt zum Holz eingeht. So nimmt der Whisky extrem schnell Aromen aus dem Holz auf. Allerdings kann das nicht alles sein was diesem hier diese Extreme Sherry Intensität verleiht. Das müssen wirklich erstklassige Fässer gewesen sein die dort verarbeitet werden. Wahnsinn dieses Aroma!

Nosing:

Unglaublich intensive Sherry Aromen steigen einem in die Nase. Süße dunkle Früchte und Nussigkeit. Dann rückt etwas Leder und Tabak nach, permanent dabei ist dieser Fruchtkompott. Wenn man die Nase etwas entfernt schnuppern lässt ist die Süße noch intensiver und hat fast einen Vanilleanklang. Der Alkohol ist mit 58,6 %. Vol. sehr gut eingebunden, transportiert die Aromen aber mit Volldampf Richtung Nase. Wirklich eine tolle Nase!

Tasting:

Ich habe ihn schon trotz seiner 58,6 %. Vol ohne Wasser probiert, kann man vorsichtig machen, aber man läuft schon Gefahr seine Zunge zu betäuben. Etwas Wasser kann er meiner Meinung nach gut vertragen. Jetzt macht er voll auf und präsentiert alles was er hat. Dunkle Waldfrüchte und Rosinen, kombiniert mit der europäischen Eiche die man durchaus spürt, das ist gut so! Die Oloroso Sherry Fässer haben alles gegeben und haben ein tolles Aroma hinterlassen. Typisch Oloroso, nicht zu Süß, dafür etwas trocken am Gaumen. Nach dem Verschwinden der Süße, treten Tabak und Ledernoten in den Vordergrund.

Abgang:

Die Sherry Muffigkeit findet sich gut im Abgang, dunkle herbe Schokolade und so etwas wie ein zerbissener Traubenkern. Das assoziiert mein Kopf wahrscheinlich wegen der Fruchtigkeit und der Herbheit 🙂 Der Abgang ist durchaus Lang!

Fazit und Bewertung:

Der Kavalan Solist Sherry Cask ist meiner Meinung nach sein volles Geld wert, wenn auch etwas teurer. Er kann mühelos mit 15 – 20 Jahre alten Sherry Abfüllungen mithalten. Wenn man auch etwas das alter spürt, ältere sind etwas eingebundener und tiefer. Ich finde jedoch das die Art des Kavalan eine wirklich tolle Ergänzung ist.

Mein Beitrag gibt lediglich meine unabhängige Meinung und meinen Eindruck wieder.

Fakten:
HerkunftslandTaiwan
AbfüllerKavalan
AlterN/A
Alkoholgehalt58,6 %.Vol
FarbstoffNein
KältefiltrierungNein
FassartSpanische Oloroso Sherry Cask
Fass Finish/
Preis120,00 € – 140,00 € (Stand: 12.2020)